Fünf Trends im Onlinehandel 2011 oder warum sich der Spieß umdrehen wird

Gemeinsam mit Marc Strigel, Director Marketplaces & Payment Innovation bei PayPal, habe ich mir für die FAZ Gedanken gemacht, in welche Richtung sich der Onlinehandel 2011 entwickeln könnte. Gemeinsam haben wir fünf Trends identifiziert, von denen sich die ersten vier bereits belegen lassen und der letzte sich unserer Einschätzung nach sehr wahrscheinlich einstellen wird. Lasst mich gerne eure Meinung zu dem Thema in den Kommentaren wissen.

Globaler Handel wird grenzenlos

Zunehmend macht sich die Globalisierung auch im Netz bemerkbar: Nutzer sind erfahrener geworden und beschränken sich nicht mehr nur auf deutsche Handelsplattformen, sondern bestellen ihre Produkte international: T-Shirts bei Threadless in den USA zu ordern, Fashion-Schnäppchen bei Vente Privee in Frankreich aufzutun oder digital Musik bei Spotify in Schweden zu hören ist längst nichts ungewöhnliches mehr.

Allerdings machen sich spätestens bei der Bezahlung lokale Besonderheiten bemerkbar, die das globale Shoppingerlebnis beeinträchtigen: Während Shopper in den USA und Großbritannien standardmäßig auf Kredit- und Debitkarten zurückgreifen, bezahlen Kunden in den Niederlanden in der Regel mit dem Online-Service „iDEAL”, der alle holländischen Zahlungsarten vereint. In Skandinavien setzen Kunden auf Online-Banking-Optionen wie „Nordea” und Franzosen kommen bei ihren Online-Shops nicht um die „Carte Bleue” (eine lokale Debitkarte) herum.

Diese und andere (lokale) Beschränkungen machen es für das klassische Bankengeschäft deshalb schwer, eine übergreifende Perspektive zu gewinnen. Währendessen können Online-Akteure, wo wir natürlich auch uns mit PayPal zu zählen, globaler starten, weil sie systembedingt ein grenzüberschreitendes Einkaufen ermöglichen – eben gerade auch beim Thema Bezahlung.

Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit sind die zentralen Faktoren

Alle globalen Studien belegen es: Bei dieser internationalen Shopping-Erfahrung sind Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit die beiden wichtigsten Parameter für Konsumenten. Spannend wird sein, wer es vermag, diese beiden Anforderungen in einem System zu vereinen. Okay, wir sind vielleicht etwas voreingenommen, aber: Traditionelle Banken vermögen es mit ihren Systemen nicht, Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit gekonnt zusammen zu führen, weil ihre Systeme oft gegenläufig sind: Die klassischen Bezahlmethoden wie Lastschrift und Überweisung sind oft sicher, jedoch nicht nutzerfreundlich. Und wird versucht, diese nutzerfreundlicher zu machen, leidet häufig die Sicherheit.

Mit Kreditkartenanbietern verhält es sich ähnlich: Das nutzerfreundliche Grundkonzept der Kreditkartennummer wurde inzwischen durch weitere Sicherheitsmaßnahmen wie das Ablaufdatum, den CVC-Code und das Secure-ID-Passwort erweitert – so baut Sicherheitstechnik auf Sicherheitstechnik und erschwert ein reibungsloses Online-Shopping-Erlebnis.

Im Gegensatz dazu beherrschen Online-Payment-Dienstleister wie PayPal, ClickandBuy oder Moneybookers die Anforderungen des Online-Handels, zumal sie für diese Struktur entwickelt wurden. Das Einkaufserlebnis kann hier ohne System- und Medienbruch integriert werden und ist so zugleich sicher und bequem.

Mobile-Commerce und Mobile-Payment erleben ihren Durchbruch

Über Mobile-Commerce wird ja schon lange diskutiert, praktisch seit zehn Jahren ist die Rede davon, dass mobiles Einkaufen seinen Durchbruch erfährt. So richtig haben aber erst jetzt technische Weiterentwicklungen (iPhone, Android etc.) die Voraussetzungen geschaffen, damit es zu einer ausreichenden Verbreitung kommen kann. Binnen der letzten drei Jahre ist der Anteil von Smartphones von fast null auf über 20 Prozent gewachsen.

Glaubt man den Experten der Branche, erzielen etablierte Anbieter wie eBay oder Amazon schon heute mehr als fünf Prozent ihres Volumens über mobile Kanäle. Wie auch im Internet-Segment allgemein sind die USA Vorreiter in diesem Feld: Laut dem US-Marktforschungsunternehmen ABI Research, wurden 2009 zirka 1,6 Milliarden US-Dollar Brutto-Handelsvolumen über mobile Endgeräte erzielt. In den nächsten fünf Jahren könnte dieser Wert auf rund 119 Milliarden US-Dollar weltweit ansteigen.

Hält dieser Trend an, machen Einkäufe über das Handy bald bis zu zehn Prozent oder mehr des gesamten E-Commerce-Handels aus. Nun sind wir also an einem Punkt, wo sich der Handel zusehends auf mobile Endgeräte verlagert und innovativen Händlern die Chance zu guten Zusatzgeschäften bietet, weil mit dem Handy, welches „always-on“ ist, Impulskäufe befördert werden.

Social-Commerce nimmt zu

Es wird noch wesentlich mehr Konzepte im Segment von „Social-Commerce“ geben. Provisionsmodelle werden Einzug halten, bis hin zu „Social-Network-E-Commerce“ wie ihn etwa Payvement oder Sellaround mit dem Verkaufen von Gegenständen über Facebook schon jetzt ermöglichen.

JP Morgan schätzte im Januar, dass Amazon an einem Kunden im Durchschnitt 189 US-Dollar verdient, während es bei Ebay 39 US-Dollar sind. Dem steht Facebook mit gerade einmal vier US-Dollar gegenüber, was verdeutlicht, warum auch Facebook zunehmend in Richtung E-Commerce streben dürfte.

Da ist es auch nicht überraschend, dass Facebook bemüht ist, mit den „Facebook Credits“ eine eigene Form der Währung zu etablieren. Gelingt dieses Unterfangen, könnten die Facebook Credits so etwas wie der Linden-Dollar des Netzes werden – eine eigene Online-Währung.

Für Payment-Anbieter wie Moneybookers, PayPal oder ClickAndBuy werden im Social-Commerce neben Web-Währungen vor allem Peer-to-Peer-Payments (Privatleute schicken sich gegenseitig Geld) ein wichtiger Kanal. PayPal ist hier bereits über eine Kooperation mit Facebook aktiv und ClickAndBuy bietet eine vergleichbare Dienstleistung mit seiner Buxter-App an.

Online-Spieler werden offline gehen und den Spieß umdrehen

Diese ersten vier Trends sind heute bereits Realität. Der fünfte und letzte stellt einen logischen nächsten Schritt dar und wird in naher Zukunft auch für Konsumenten spürbar: Online-Spieler bauen ihr Produktspektrum aus und werden Kanäle in der Offline-Welt etablieren.

Denn: Es wird nur jenem Akteur gelingen, langfristig Kunden an sich zu binden, der es vermag, online, offline und mobile in einer integralen Erfahrung zu vermitteln, die homogen über alle Kanäle funktioniert. Zum Thema „Multikanalerfahrung“ müssen sich also auch die Zahlungsverkehrsdienstleister positionieren.

Hat sich ein Service von Anfang an auf E-Commerce-Prozesse ausgerichtet, sind die Chancen sehr gut, sich ebenfalls den Offline-Handel erschließen zu können. Online-Akteure – vor allem im Segment der Zahlungsverkehrsdienstleister – sind schon heute in der Lage, eine nahtlose Erfahrung zu schaffen, die gleichzeitig auch sicher und bequem ist.

Was soll diese Akteure also noch davon abhalten, auch in der Offline-Welt ihre Learnings für eine breite Maße anzuwenden? In den USA und darüber hinaus ist dies schon Realtität: Mittlerweile kann in 7.000 US-Starbucks-Filialen auch mit dem iPhone bezahlt werden. Auf Dauer werden jene, die das Online-Segment gewonnen haben, also auch das Offline-Segment gewinnen – der Spieß wird sich umdrehen.

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Das Kochbuch für den Manager/Marketer…

Auf einer Dienstreise saßen wir zusammen beim Abendessen und sprachen über unsere Business Buchlektüre der letzten Monate… Wir empfahlen uns den einen oder anderen Titel. Mein Favorit im Moment: “Made to stick” .

ABER – wer kennt sie nicht, die immer gleichen Defizite dieser Fast-Food-Für-Manager-Literatur:

1. Eine Idee – 400 Seiten breitgetreten…
2. Keine Idee
3. Nur EIN Betrachtungswinkel, nur eine Firma usw.

Brauchen wir nicht ein Kochbuch für den Manager? Ein Buch in dem die “Signature-Dishes” von unterschiedlichen Managern aus unterschiedlichen Firmen in unterschiedlichen Branchen “aufgetischt” werden… Das wäre interessant.

P.S. Bis dahin hilft GetAbstract.com – wirklich empfehlenswert.

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Jetlagged Flashback…

Heute habe ich an der der Universität der Künste Berlin (UdK), einer der ältesten Hochschulen Deutschlands einen Vortrag/Workshop gehalten/geleitet.

Im Masterstudiengang “Leadership in Digitaler Kommunikation” werden dort in enger Kooperation mit dem Institute of Electronic Business die in der Praxis notwendigen Fachkenntnisse in den Bereichen Kommunikation, Gestaltung, Management und Leadership vermittelt.

Thema meines Vortrags:

Integriert? Internalisiert?
Ins Gehirn kommen, im Gehirn bleiben, Gespräche auslösen.

Etwas jetlagged (ich bin gestern Nacht aus San Jose zurückgekommen) kam ich heute Morgen im altehrwürdigen Gebäude der UdK in der Bundesallee an. Mein etwas müder Gang durch die Flure der Universität versetzte mich flashbackartig zurück in die Zeit des eigenen Studiums.

Schöner und sehr gut ausgestatteter Vorlesungsraum, interessierte und interessante Studenten, gute Diskussion – Es hat Spaß gemacht! Danke!

Meine Präsentation findet sich inkl. der Videos auf Slideshare…

Neuromarketing-Vortrag auf der B2B Marketing Europe

Anfang Dezember werde ich einen Vortrag auf der B2B Marketing Europe halten und es wird um ein Thema gehen, dass so etwas wie das Science-Fiction-Segment für Marketeers darstellt: Neuromarketing.B2B Marketing Europe, Neuromarketing, Next Generation Marketing,

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Rgelen gerbochen, augfafllen, andres geeswen

ALTERNATIV: Regeln gebrochen, aufgefallen, anders gewesen…
Vielen Dank an alle, die gestern bei der media.net berlinbrandenburg Veranstaltung am Potsdamer Platz waren. Es hat Spaß gemacht, über die Markenarbeit bei PayPal zu diskutieren und darüber zu sprechen, wie man bei zirka 3.000 Werbekontakten am Tag (soviele hat jeder von uns!) überhaupt noch Konsumenten erreichen kann. Die leicht verkürzte und abgespeckte Version der Präsentation findet sich auf Slideshare:

  • Cutthrough Kampagnen statt Generika!
  • Aus meiner Sicht ist Imageaufbau über Werbung im Internet kaum möglich.
  • Neuromarketing ist ein mächtiges Tool. Tipp
  • Man muss die Regeln kennen, um sie brechen zu können.

Die Aufforderung zum Dialog meinte ich ernst:

Folgen Sie mir auf Twitter, kommentieren Sie hier im Blog oder schreiben Sie mir.

Noch ein Hinweis: am 02.12.2010 spreche ich auf der B2B Marketing Europe Conference zu “Neuroresearch for brand definition and mediaplanning.” | Scandic Hotel, Potsdamer Platz, Berlin

Vortrag von mir bei media.netCOMMUNICATION: Marken. Regeln brechen, auffallen, anders sein.

Am 03. November (das ist diesen Mittwoch) spreche ich von 19.00 bis 21:30 Uhr auf einer Veranstaltung des media.net: “media.netCOMMUNICATION: Marken. Regeln brechen, auffallen, anders sein.” lautet der Titel und inhaltlich wird es darum gehen, wie man im Werbedschungel noch auffallen kann.

Ich werde bei der media.net-Veranstaltung zu Marken und Meinungen sprechen und warum wir uns mit der Online-Brand PayPal offline präsentieren müssen. Für alle die media.net (noch) nicht kennen: Das media.net berlinbrandenburg ist ein branchenübergreifendes Bündnis für Unternehmen der Kreativwirtschaft in der Hauptstadtregion – von Musik und Film über TV und Multimedia bis hin zu Werbung und Design.

media.net Berlin Brandenburg

Ich werde Einblicke in die Kampagnen von uns geben, die ich für kreativ und ungewöhnlich halte und was die strategischen Überlegungen dahinter sind.

Wie sollten Marken in On- und Offline-Kanälen kommunizieren, um erfolgreich zu sein? Wie tritt man im Mitmachweb in den Dialog, wo Marke heute wirklich entsteht? Diese und andere Fragen werden Kern der Veranstaltung sein. Veranstaltungsort ist PricewaterhouseCoopers am Potsdamer Platz 11. Um Anmeldung bei mir wird gebeten. Ich würde mich natürlich freuen, das ein oder andere neue Gesicht zu sehen und anschließend kennen zu lernen.

Von Sendern, Empfängern, Kistenpredigern und Anerkennung

Es ist keine Frage: Das Internet ermöglicht – oder sollte ich sagen fördert eine bestimmte Form der Kommunikation. Obwohl, selbst Kommunikation ist eigentlich das falsche Wort, denn ein “Ko”-Prozess ist es oft nicht.

Grundsätzlich gibt es zwei Gruppen von Web-Posts: Fragen und Antworten.

Fragen sind die direkte Bitte an die Welt bzw. die Community in Bezug auf ein persönliches Problem, zu helfen. Man fragt um Rat – bekommt ihn und geht wieder. Die Gratifikation ist also die Lösung meines Problems. Antworten: Wenn jemand auf einen Post antwortet, dann hilft er dem Fragenden – seine Gratifikation ist die Anerkennung der Gruppe und der Dank des Hilfesuchenden oder paraphrasiert: “Der Kerl hat Ahnung und ist nett und hilft”. Glaubt man Georg Franck (“Die Ökonomie der Anerkennung”), dann ist eben diese Anerkennung der Gruppe die wesentliche Motivation für jemanden zu antworten. Er antwortet und bekommt dafür Anerkennung.

Noch etwas interessanter sind die Fälle, in denen Menschen Antworten auf Fragen geben, die zumindest explizit gar keiner gestellt hat und darum soll es in diesem Post gehen – also um Motive des Einzelnen bzw. Gründe für sein Engagement im “Mitmach-Web”. Weiter »

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Wo bleibt beim Dialogmarketing eigentlich der Dialog?

Der Deutsche Dialogmarketing Verband definiert Dialogmarketing als den

[...] Oberbegriff für alle Marketingaktivitäten, bei denen Medien mit der Absicht eingesetzt werden, eine interaktive Beziehung zu Individuen herzustellen. Ziel ist es dabei, den Empfänger zu einer individuellen, messbaren Reaktion (Response) zu veranlassen.

Dialogmarketing nimmt deshalb für sich in Anspruch, den „Dialog“ zwischen Kunden und Unternehmen in den Mittelpunkt zu stellen. Meine These: Dialogmarketing ist kein Dialog – oder antwortet jemand auf Newsletter und getriggerte E-Mails? – und es erzeugt auch keinen Dialog – oder wann haben Sie zum letzten Mal über einen Newsletter oder eine andere Form der Direktwerbung mit Freunden gesprochen? Eine messbare Response macht noch keinen Dialog. Weiter »

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Does exactly what it says on the tin

Zwischen 1994 und 2009 warb Ronseal, ein Hersteller für Beize und Holzbleichmittel, mit diesem Satz im Fernsehen.

Der Slogan wurde damals von Liz Whiston und Dave Shelton entwickelt, die für die Londoner Werbeagentur HHCL tätig waren. Im Jahr 2000 erhielt die Agentur für diese und andere Spots vom Campaign Magazine den Titel “Agency of the Decade”, wurde inzwischen aber geschlossen.

Ronseal tut exakt, was die Verpackung verspricht: Die Beize verhält sich wie beschrieben und hält so lange wie behauptet. Nicht mehr und nicht weniger. Ein ähnlicher Ausspruch entwickelte sich mit “What You See Is What You Get” (WYSIWYG) auch im IT-Bereich.

Mittlerweile ist “It does exactly what it says on the tin” zu einer festen Redewendung geworden und Ronseal hat sich diesen Ausspruch in Großbritannien als Marke schützen lassen. Denn mit dem Ronseal-Slogan wird exakt erreicht, was jeder Firmenslogan tun sollte: Slogans bilden ein Versprechen an den Kunden und sollten knapp, präzise, unverwechselbar und vor allem einhaltbar sein. “Does exactly what it says on the tin” darf meiner Meinung nach daher als einer DER zentralen Aspekte guten Brandings und Marketings gelten.

Apropos Branding…Ich war gestern tanken…

WYSIWYG, What you see is what you get, Does exactly what it says on the tin

Bei Shell gibt es überhaupt keinen “Kraftstoff” mehr, sondern nur noch Designer-Drogen für den Tank: “FuelSave”, “V-Power” oder “Racing 100″. Weiter »

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